Altenpflege durch Angehörige: Was sie wissen sollten

Die deutliche Mehrheit der Senioren weigern sich in einem Seniorenheim zu leben. Insbesondere für demente Patienten ist die Ungewöhnlichkeit der Umgebung sehr umständlich und anstrengend. Andere Pflegebedürftige fühlen sich eingesperrt und von ihren Familienangehörigen im Stich gelassen. Auch für die Familie ist es nicht einfach zusehen zu müssen, wie ihre Angehörigen leiden. Daher ziehen es immer mehr in Erwägung, ihre pflegebedürftigen Familienangehörigen zuhause selbst zu pflegen. Dabei kann man sich auf relativ viel Unterstützung verlassen

Kostenlose Beratungen in Anspruch nehmen

Die Pflege- und Krankenkassen bieten kostenlose Beratungen für pflegende Familienangehörige an. Möchte man Anspruch auf finanzielle Unterstützung seitens der Krankenkasse, ist die Beratung pflichtig. Dabei helfen diese auch bürokratische Notwendigkeiten wie die Beantragung des Pflegegrades zu erledigen. Bei einigen Krankenkassen kann man auch Pflegekurse absolvieren. Auch sani25 gewährleistet eine telefonische Beratung über Pflegepakete, Hilfsmittel etc.

Ambulante Pflege als Alternative

Häufig ist die alleinige Pflege eines Angehörigen zu anspruchsvoll, da viel Zeit in Kauf genommen werden muss. Daher gibt es ambulante Pflegedienste, die beispielsweise wöchentlich Pfleger zu den Patienten nach Hause schicken um sie zu pflegen. Diese übernehmen Aufgaben wie grundlegende Pflege, Haushalt oder Schulungen für Angehörige. Damit die Kosten nicht zu hoch werden, pflegen viele Angehörige so viel sie können eigenständig und überlassen den Rest den ambulanten Pflegern.

Die Pflegezeit als Entlastung

Viele der Pflegenden finden keine Balance zwischen Arbeit und Pflege. Daher kann man sich bei einem Unternehmen, das mindestens 15 Mitarbeiter hat eine Pflegezeit bis zu sechs Monaten nehmen. Dies wird Angehörigen wie Ehegatten oder Kindern gewährleistet. Man kann vollständig freigestellt werden, jedoch ziehen es viele Pflegende in Erwägung nur zum Teil freigestellt zu werden, da die Pflegezeit vom Arbeitgeber nicht bezahlt wird. Die Pflegezeit gilt für Senioren aller Pflegestufen.

Finanzielle Unterstützungen

Kranken- und Pflegekassen versuchen pflegende Angehörige bestmöglich zu unterstützen. Dies erfolgt beispielsweise durch Kostenübernahme von Pflegehilfsmittel, Inkontinenzprodukte etc. Je nach Pflegestufe werden die Erstattungen der Kosten angepasst. Die meisten Krankenkassen stellen monatlich einen Beitrag zur Verfügung. Je höher die Pflegestufe ist, desto höher der Beitrag. Der Staat gewährleistet ebenfalls Zuschüsse und Steuervergünstigungen. Außerdem gibt es seit 2017 einen Entlastungsbeitrag in Höhe von 125€ pro pflegebedürftige Person. Jedoch muss man dafür gewisse Bedingungen erfüllen. Sollte der Pflegende im Urlaub oder krank sein, übernehmen die Pflegekassen die Kosten für eine Ersatzperson. Daher ist es von Vorteil, sich zu informieren, damit man so viel Unterstützung wie möglich annehmen kann.

Das Pflegepaket als monatliche Hilfestellung

Ab Pflegestufe 0 haben pflegebedürftige Senioren Anspruch auf Pflegepakete. Diese kann man auch bei sani25 im Wert von 40€ individuell zusammenstellen lassen. Diese beinhalten unter Anderem Pflegehilfsmittel wie Desinfektion, Bettschutzunterlagen und Einweghandschuhe. Da sani25 mit allen Krankenkassen kooperiert, können die Kosten ganz einfach übernommen werden. Das Pflegepaket wird monatlich geliefert, wobei der Inhalt für den Zeitraum ausreichen sollte. Diese bieten sich auch ideal an, um Angehörige zu pflegen.

Was Pflegestufen aussagen

Die Pflegestufen sagen aus, wie pflegebedürftig eine Person ist und wie viel finanzielle Unterstützung, Pflegepakete und Pflegehilfsmittel in Anspruch genommen werden muss.

 

  • Pflegegrad 0: Erheblich eingeschränkte Alltagskompetenz, Es muss ein Bedarf in der Grundpflege geben, der Umfang ist irrelevant
  • Pflegegrad 1: Pflegeaufwand insgesamt 90 min, davon Grundpflege: 46min täglich
  • Pflegegrad 2: Pflegeaufwand 180min, davon Grundpflege 120min
  • Pflegegrad 3: Pflegeaufwand 300min, davon Grundpflege 240min

 

 

Pflegende brauchen viel Zuwendung

Jemanden zu pflegen kann auf Dauer sehr anstrengend und anspruchsvoll sein. Daher bieten viele Institutionen Unterstützung für Pflegende an. Zum einen kann man Selbsthilfegruppen besuchen, um sich mit Leuten auszutauschen, die momentan in einer ähnlichen Situation sind. Außerdem gibt es viele Mahlzeitendienste, die täglich frischen Essen liefern, welches auch Senioren problemlos zu sich nehmen können. Viele Firmen stellen mittlerweile Alltagshelfer zur Verfügung. Somit können die pflegenden Angehörigen dadurch entlastet werden.

 

Bei weiteren Fragen zum Thema „Pflege zuhause“ können Sie uns innerhalb unserer Öffnungszeiten telefonisch erreichen. Sie können sich aber auch an Ihre Kranken- bzw. Pflegekasse melden.