Adieu Pflegestufen – Das bisherige System

Bisher war pflegebedürftig, wer aufgrund physischer oder psychischer Erkrankungen oder Behinderungen bei der Grundpflege sowie der hauswirtschaftlichen Versorgung auf Dauer in nicht nur unerheblicher Weise hilfsbedürftig ist. Von der Grundpflege waren die drei Bereiche Körperpflege, Mobilität und Ernährung erfasst. Eine auf Dauer angelegte Hilfsbedürftigkeit wurde ab einer Dauer von 6 Monaten angenommen. Je nach Maß der Hilfsbedürftigkeit wurde zwischen vier Stufen unterschieden- Pflegestufe 0 hatte, wer keine oder nur unerhebliche Alltagsbeschränkungen aufwies. Pflegestufe 1 hatte, wer erheblich pflegebedürftig war. Erhebliche Pflegebedürftigkeit wurde angenommen, wenn mind. einmal am Tag bei mind. zwei Alltagstätigkeiten aus dem Bereich der Grundpflege Hilfe benötigt wurden. Pflegestufe 2 wurde Schwerpflegebedürftigen verliehen. Als solcher galt, wer mindestens dreimal am Tag Hilfe in der Grundpflege benötigte, wobei pro Woche mindestens drei Stunden anfallen mussten. Die höchste Pflegestufe 3 wurde als Schwerstpflegebedürftigkeit bezeichnet. In diese Stufe viel, wessen Hilfebedarf so groß war, dass praktisch jederzeit Hilfe (Tag und Nacht) benötigt wurde.

Pflegegrade ab dem 01. 01. 2017

Mit dem neuen System der Pflegegrade werden zum 01. 01. 2017 die Pflegestufen abgeschafft. Nunmehr wird zwischen fünf Pflegegraden unterschieden, was eine wesentlich feinere Abstufung ermöglicht als das bisherige System. Neu ist außerdem, dass nunmehr kognitive, physische und psychische Einschränkungen gleichberechtigt nebeneinander stehen. Sie werden also gleichermaßen bei der Vergabe des Pflegegrades berücksichtigt. Bei den Pflegestufen war dies nicht der Fall.

Die Einstufung in einen der fünf Pflegegrade wird ab dem 01.01.2017 erfolgen und durch eine sogenannte Gesamtbetrachtung durchgeführt. Es werden sämtliche Umstände berücksichtigt, die im Alltag von Bedeutung sind. Insgesamt wird dabei zwischen sechs relevanten Kategorien unterschieden, die unterschiedlich gewichtet werden. Die sechs Kategorien sind:

  • Mobilität 
  • Kognitive und kommunikative Fähigkeiten 
  • Verhaltensweisen und mentale Probleme 
  • Maß der eigenständigen Versorgung 
  • Bewältigung von sowie selbständiger Umgang mit Belastungen, die auf die Krankheit oder Therapie zurückzuführen sind Gestaltung des Alltags sowie Sozialkontakte

Je nach Pflegegrad werden unterschiedliche Leistungen gewährt. Dabei entspricht der Höchstbeitrag des Pflegegrades 5 im Wesentlichen den Leistungen, die bisher für Härtefälle gewährt wurden.